Klima- und Energiefonds: Fördermittel für Tourismus an andere Branchen vergeben

5 Mio. Euro Förderungen aus dem Klima- und Energiefonds waren für den Tourismus gewidmet, doch nur ein Projekt wird gefördert. Die ÖHV fordert daher die rasche Überarbeitung der Förderkriterien.

Mit 6 Mio. Euro war die Mustersanierungsoffensive des Klima- und
Energiefonds (KLI.EN) dotiert, 5 Mio. davon waren für den Tourismus gewidmet. Doch nur einer von 80 interessierten Betrieben war förderwürdig. "Entweder wurden die Kriterien bewusst so festgelegt, dass sie kaum ein Betrieb erfüllen kann, oder es ist ohne Branchenkenntnis geschehen. So oder so - das gehört repariert", fordert Thomas Reisenzahn, Generalsekretär der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV). Da der Großteil der Mittel liegen blieb, wurde er anderen Programmen zugeführt. Das sorgt für erheblichen Unmut in der Branche.

KLI.EN: "Kein Massenprogramm"

Eines der Hauptprobleme war die Energiekennzahl: 25 kWh/m2 werden, vor allem in der Ferienhotellerie, bei Sanierungen nur mit
unverhältnismäßig hohem Aufwand erreicht. "Gleichzeitig herrscht
unbestritten hoher Sanierungsbedarf. Die Energiekennzahl vieler
Betriebe liegt über 100 kWh, in manchen Fällen sogar bei bis zu 200 kWh", so Reisenzahn. Die, wie ein KLI.EN-Sprecher bestätigt, "in der Tat ambitionierten Vorgaben" werden damit begründet, dass es notwendig sei, sich bei einer "Mustersanierungsoffensive" von
gängigen Kriterien bei der Umweltförderung abzuheben. Das Programm
sei nie als Massenprogramm gedacht gewesen.

ÖHV: Kriterien überarbeiten

"Dass Förderungen mit Zielvorgaben verbunden sind, ist klar. Aber
hier wurde weit übers Ziel hinausgeschossen. Bei der Fortsetzung der Offensive müssen die Vorgaben überarbeitet werden: Die zugedachten Fördermittel müssen in unseren Betrieben ankommen, statt sie auf andere Branchen aufzuteilen", so Reisenzahn. Angesichts der Probleme, mit denen sich die Hotellerie konfrontiert sieht, vom Umsatzrückgang bis zur Kreditvergabe, sei ein derartiger Umgang mit Fördermitteln nicht leistbar.

500 Mio. Euro für den KLI.EN

Der KLI.EN wurde 2007 vom Nationalrat ins Leben gerufen, um die
Regierung bei der Klimastrategie zu unterstützen. Der Fonds ist für den Zeitraum 2007 bis 2010 mit 500 Mio. Euro dotiert.
Die ÖHV vertritt die Interessen von über 1.100 Betrieben der Ferien-, Konzern- und Stadthotellerie. Das ist der höchste Mitgliederstand seit der Gründung der ÖHV. Die Bettenkapazität der
ÖHV-Mitgliedsbetriebe entspricht damit über 63% der Betten in der 4- und 5-Sterne-Hotellerie. Diese Betriebe zeichnen sich durch
ausgeprägte Servicequalität, Spezialisierung und/oder nachhaltige
Innovationskraft aus. Die Mitgliedsbetriebe der ÖHV beschäftigen rund 40.000 Mitarbeiter, das sind 30 % aller Mitarbeiter in der
Beherbergung. Der Logisumsatz der ÖHV-Mitglieder beträgt ca. 900 Mio. Euro.

Weitere Informationen: www.oehv.at



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