Gerettet um zu verhungern? Pflanzaktion um Koala-Lebensraum nach Buschfeuern aufzuforsten
Bei den verheerenden Buschfeuern in der Umgebung von Melbourne fielen mehr als 300.000 Hektar Wald den Flammen zum Opfer. Es wird geschätzt, dass mehr als eine Million Wildtiere durch die Flammen getötet wurden. Der Großteil der überlebenden Tiere hatte schwere Verletzungen erlitten und musste medizinisch versorgt werden. Aber die Flammen haben auch den Lebensraum der Wildtiere zerstört. Bevor die gepflegten Tiere wieder ausgewildert werden können, müssen Nahrungsbäume wieder angepflanzt und der Lebensraum aufgeforstet werden.
„Besonders Koalas werden häufig Opfer der Buschfeuer, da sie im Gegensatz zu anderen Wildtieren, wie beispielsweise Kängurus und Vögel, nicht schnell flüchten können“, berichtet Brigitte Peter, Geschäftsführerin der Aktionsgemeinschaft Artenschutz (AGA) e.V., „Sie fliehen meistens in die Baumwipfeln ihrer Eukalyptusbäume.“ Aber gerade diese Bäume sind auf Grund ihres hohen Gehalts an ätherischen Ölen schnell entflammbar. „Wenn die Koalas auf dem Baum doch die Flammen überleben, ziehen sie sich beim Abstieg am noch heißen, verbrannten Stamm meist schwere Verbrennungen an den Beinen und Schnauzen zu“ erläutert Peter.
großangelegte Pflanzaktion
Koalas sind bei ihrer Ernährung zudem noch besonders wählerisch und auf wenige Eukalyptusarten beschränkt, deshalb müssen nach schweren Buschfeuern ihre Futterbäume wieder angepflanzt und ihr Lebensraum aufgeforstet werden. „Zur zeit haben wir in den betroffenen Gebieten künstliche Futterstellen für die verbliebenen Wildtiere eingerichtet“ schildert Peter die Situation vor Ort. In den kommenden Wochen werden immer mehr der gepflegten Koalas ausgewildert werden können, aber die Buschlandschaft hat sich noch nicht von den schweren Bränden erholt.
Aus diesem Grund startet die AGA in Zusammenarbeit mit der Partnerorganisation Foundation for Nationalparks & Wildlife (FNPW) großangelegte Pflanzaktionen, um den Lebensraum der Koalas und Kängurus wieder aufzuforsten. „Das ehrenamtliche Engagement vor Ort ist beeindruckend“, berichtet Peter. Bereits seit den Bränden versorgen ehrenamtliche Wildtierpfleger die verletzten Tiere und bei den Pflanzaktionen beteiligen sich weitere Privatpersonen und viele Schüler. Unterstützt werden sie von der AGA und der FNPW bei der Auswahl der geeigneten Pflanzen sowie mit Setzlingen und Bäumen aus den örtlichen Baumschulen. „Wir müssen die richtigen Baumarten pflanzen und den Geschmack der Koalas treffen, denn sie sind nicht nur auf wenige Eukalyptusarten spezialisiert. Hierbei gibt es auch noch regionale Unterschiede, die wir beachten müssen“, ergänzt Peter.
Weitere Informationen: www.aga-international.de
Foto: FNPW
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