„Scheitern ist keine Option,“ warnt Ban beim UN Leadership Forum on Climate Change
“Niemals zuvor haben die Vereinten Nationen so viele Staats- und Regierungschefs mit so vielen Vertretern aus Wirtschaft und Zivilgesellschaft zusammengebracht,“ betonte UN-Generalsekretär Ban Ki-moon. Auf seine Anregung hin soll nun jährlich ein solches Forum am Rande der UN Hauptversammlung stattfinden. Den Anfang hatte im vergangenen Jahr das Treffen zu den Millenniumszielen sowie dem Thema Nahrungssicherheit gemacht. Dass das diesjährige Treffen inhaltlich wie zeitlich mit dem Klimagipfel in der UN Hauptversammlung zusammenfiel, war beabsichtigt. Der Generalsekretär setzt darauf, in den letzten Monaten vor dem Klimagipfel in Kopenhagen ein möglichst breites Bündnis aus allen gesellschaftlichen Schichten zu schmieden. Ban betonte, dass zahlreiche Wirtschafts- und NGO-Vertreter verstanden hätten, dass Klimaschutz mit langfristiger Wohlstandssicherung einhergehe. Die Welt stünde vor der Wahl zwischen „nachhaltigem Wachstum oder Wirtschaftskrisen, zwischen funktionierenden globalen Märkten oder Handelsanarchie, zwischen einem gesunden Planeten oder einer ökologischen Katastrophe. Scheitern ist keine Option. Wir haben keine Plan B,“ so Ban.
Heute handeln, morgen Marktführer
Georg Kell, Exekutivdirektor des Global Compact, eröffnete das Forum und verwies in seiner Eingangsrede darauf, dass jene Politiker, welche die Klimaverhandlungen voranbringen wollen, auf die Unterstützung der Privatwirtschaft zählen könnten. Auch der ehemalige US-Vizepräsident und Nobelpreisträger Al Gore betonte, dass viele Unternehmen „viel weiter“ seien als die Politik. Das liege auch daran, dass CO2-Lobbies in einigen Staaten wie den USA die Entwicklungen behinderten. Gore versprach, dass der Umbau hin zu einer Niedrig-Emissions-Gesellschaft die Weltwirtschaft stärker verändern würden, als es das Internet getan habe. Es gebe für ihn keine akzeptable Alternative zu einem erfolgreichen Abschluss der Kopenhagener Klimakonferenz. Der Gastgeber dieser Konferenz, Dänemarks Premierminister Anders Fogh Rasmussen, unterstrich seinerseits die Bedeutung von „grünen“ Wirtschaftszweigen und nachhaltiger Entwicklung. Wer heute handele, könne der Marktführer von Morgen werden.
In ihrer Abschlussdeklaration betonten die insgesamt mehr als 250 Teilnehmer aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft, dass der Kampf die globale Erwärmung der entscheidende Testfall für multilaterale Führungsfähigkeit im 21. Jahrhundert sei. Die „richtigen Entscheidungen“ zu treffen sei nicht einfach, aber schlussendlich auch für die Zukunft des globalen Handels unabdingbar. Der Übergang zu Produktion und Konsum mit jeweils nur niedrigem CO2-Ausstoß sei eine echte Chance für enorme neue Wertschöpfung, so die Deklaration weiter.
Weitere Informationen: www.globalcompact.de
Foto: Ryan Brown/UN Photo
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