Wo Berge, Ozean und Regenwald sich die Hand reichen

National Park Service

Der Olympic Nationalpark im Nordwesten des US-Bundesstaates Washington ist einer der vielfältigsten und abwechslungsreichsten Nationalparks der USA. Auf etwa der Hälfte der Olympic-Halbinsel vereint er mit der Gebirgsregion der Olympic Mountains, einem gemäßigten Regenwald und einem schmalen, naturbelassenen Streifen Pazifikküste drei völlig verschiedene Ökosysteme in einem.

Auch die Tierwelt des Parks gibt sich abwechslungsreich und eignet sich gut für Beobachtungstouren. Direkt vor der Küste tummeln sich Wale, Delfine und Seelöwen, während an Land vor allem in den Niederungen Waschbären, Biber und Nerze leben. Auf Wapiti-Hirsche, Elche, Bären und Pumas kann man sowohl in den Tälern als auch auf den Bergwiesen treffen. Hinzu kommen über 300 Vogelarten, die in dem Gebiet zumindest einen Teil des Jahres verbringen. Gegründet wurde der 3.734 km² große Olympic Nationalpark im Jahr 1938. Seit 1976 ist er als Biosphärenreservat der UNESCO ausgewiesen und wurde 1981 zum Weltnaturerbe erklärt.

Erkundungsstreifzüge in die Gebirgsregion beginnt man am besten vom Sol Duc Hot Springs Resort aus, das von Ende März bis Ende Oktober geöffnet ist. Umgeben von bewaldeten Berggipfeln und den Wassern des Sol Duc River wohnen die Gäste in Holzhäusern am Fluss. Hier kann man Lachse und Forellen angeln und Anfang Oktober die Wanderung der Lachse stromaufwärts beobachten. Wer Bewegung braucht, sollte die berühmten Sol Duc Wasserfälle besuchen. Der Weg dorthin ist leicht zu bewältigen und nur fünf Kilometer lang. Etwas anspruchsvoller und etwa 10 Kilometer lang ist der Lover’s Lane Loop. Dieser Wanderweg verläuft entlang des Flusses durch Wälder mit altem Baumbestand, führt vorbei an den Wasserfällen und kehrt in einer Schleife wieder zum Resort zurück. Drei heiße Mineralwasser-Pools, die von Thermalquellen gespeist werden und konstant eine Temperatur zwischen 37°C und 40°C haben, sind die Attraktion des Resorts. Die Quellen sind berühmt für ihre heilenden Kräfte und die positive Wirkung, die sie auf den Organismus haben.

117 Kilometer Küstenlinie

Die teils mit umgestürzten Baumstämmen gesäumte und von Gezeitenpools unterbrochene Küste bildet das zweite Ökosystem des Parks. Mit über 117 Kilometern wilder und unberührter Küstenlinie sind zahlreiche Möglichkeiten für ausgiebige Wanderungen am Strand oder in den nah gelegenen Küstenwäldern gegeben.
Von den Stränden aus kann man vor allem im Herbst Wale und Seelöwen beobachten: Allein 20.000 Grauwale ziehen dann jedes Jahr an der Küste vorbei. Zudem gehört die Kalaloch Lodge zu den besten Plätzen in Nordamerika, um Stürme zu beobachten. Während der Sturmsaison von November bis April kommen viele Gäste ausschließlich hierher, um einen richtigen Pazifiksturms zu erleben.

Im Quinault Rain Forest, der sich an den Ausläufern der Olympic Mountains befindet, kann man Weiteres entdecken: Feuchte, pazifische Luftmassen ermöglichen diesem gemäßigten Regenwald das Wachstum und machen ihn zu einem wichtigen Lebensraum für kleine Säugetiere, Amphibien und Insekten. In dem Wald wachsen die Bäume bis zu 80 Metern hoch und erreichen einen Umfang von bis zu 20 Metern. Mannshohe Büsche drängen sich unter den Wipfeln der über 100 Jahre alten Sitkafichten, Hemlocktannen und Riesenlebensbäume, während Moose, Farne und Flechten auf Baumstämmen und Ästen dem an der Außengrenze des Parks liegenden Wald ein dschungelartiges Aussehen verleihen. Inmitten des Regenwaldes befindet sich auf der Südseite des Lake Quinault die Lake Quinault Lodge. Sie bietet das ganze Jahr 3-stündige geführte Touren in den Regenwald (Rain Forest Tours) an, bei denen die Gäste mit einem Minibus zu den schönsten Plätzen gebracht werden. Über 400 km an Wanderwegen in ihrer Umgebung machen die 1926 erbaute Lodge auch zum Ausgangspunkt für Tagestouren, um die Wälder auf eigene Faust zu erforschen und das Wildleben an und auf dem See zu beobachten. Dafür eignen sich ebenfalls die 90-minütigen Bootsausflüge, bei denen man guten Blick auf den See und die nah gelegenen Olympic Mountains hat. Wer lieber aus eigener Kraft den See erobern möchte, kann sich ein Kanu, Ruderboot oder Kajak ausleihen und selber über den von einem Gletscher erschaffenen See gleiten. Auch eine über 45 km lange Straße führt rund um den See und ermöglicht eine gute Sicht aus dem Auto auf das Wasser.

Weitere Informationen: www.visitwashingtonparks.com www.visitlakequinault.com www.visitsolduc.com
Foto: National Park Service



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