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Convenient Nature - das bequeme Naturerlebnis

Convenient Nature, nur eine neudeutsche Marketingformel ohne konkrete Inhalte oder eine reales Konzept für einen geänderten Naturzugang? Mit dieser Frage beschäftigte sich das 1. MCI Tourismus Symposium am 19. Juni 2009 auf der Villa Blanka in Innsbruck.

In seinen einleitenden Worten versuchte Günther Lehar, Leiter des
vom Tiroler Wissenschaftsfonds geförderten Forschungsprojektes
"Naturnahe Angebotsentwicklung im Tiroler Sommertourismus", den
Begriff "Convenient Nature" dem rund 100-köpfigen Publikum nahe zu
bringen: Die durch Naturführer und Fernsehen auf bequem konsumierbare Naturerlebnisse geprägten Menschen benötigten immer mehr Stützen im realen Naturerleben. "Convenient Nature" bedeute demzufolge einen - innerhalb der Grenzen des Naturschutzes - erleichterten Naturzugang, wie dies bspielsweise am Baumkronenweg in der oberösterreichischen Gemeinde Kopfing deutlich werde.

Natur-Genuss

Nach Felizitas Romeiß-Stracke, eine der renommiertesten
TourismussoziologInnen des deutschsprachigen Raumes, habe sich der
Trend zur Natur im Lauf der letzten 50 Jahre an sich nicht wesentlich geändert, wohl aber die mit Natur verbundenen Werte. Charakteristisch für die aktuelle Situation sei ein moralischer Hedonismus, eine Verbindung von Genuss in und Verantwortung gegenüber der Natur, wie sie etwa die sogenannten LOHAS - Anhänger eines Lifestyle of Health and Sustainability - verfolgen. Wandern ist der intensivste Zugang zu Natur, so der deutsche Wanderexperte und Natursoziologe Rainer Brämer, dessen Konzept der konsequent auf die Bedürfnisse des modernen Outdoor-Gastes zugeschnittenen Premium-Wanderwege von der ersten Stunde an ein großer Erfolg im deutschen Tourismus waren. Brämer zeigte in seinem Referat auch die vielfachen Einsatzmöglichkeiten von Wanderwegen für die Gestaltung touristischer Programme und die hohe Wertschöpfung des
Wanderns auf.

Outdoor für Jung und Alt

Birgit Frischhut vom MCI Tourismus präsentierte die Hauptergebnisse einer Marktforschung zum Thema "Motive und Marktbarrieren von Outdoor-Sportarten": Angebote wie Rafting und
Canyoning seien für viele Kunden zu wenig "convenient", vor allem
zeitlich und preislich zu aufwändig, wogegen psychische Barrieren
eine erstaunlich geringe Rolle spielten. Auch die werbliche
Kommunikation scheint verbesserungsbedürftig - v.a. bei der
Zielgruppe der Frauen. Nach einem Abriss über die vielfältigen Nutzenwirkungen bei der Ausübung naturnaher Sportarten ging Ralf Roth von der Sporthochschule Köln auf das Projekt "Erlebnisinszenierung durch E-Bike im Schwarzwald" ein: Batteriebetriebene E-Bikes erschließen der Tourismus- und Freizeitwirtschaft eine völlig neue Zielgruppe, indem sie Aktionsradius für ältere und konditionsschwächere Menschen beträchtlich erweitern - sowohl in der Ebene als auch in der Höhe.
Auf dem Wege zu einem "massenfähigen" Naturprodukt seien lediglich
noch gewisse Akzeptanzprobleme zu überwinden.

Neue Wege gehen

Tirols Landesumweltanwalt Johannes Kostenzer warnte in der
abschließenden Reflexion vor einem reinen Kopieren bestehender und
erfolgreicher Konzepte wie dem Baumkronenweg und plädierte für eine
qualitätsorientierte Tourismusentwicklung. Gregor Seufert von der
Tirol Werbung unterstrich die Wichtigkeit der Veranstaltung auch für die laufenden Bemühungen der Tirol Werbung mit Projekten wie
"Wertvoller denn je" - einer Kooperation der Tiroler Naturparke -
sowie "Nature Watch" - einem Gemeinschaftsprojekt mit Swarovski
Optik.

Weitere Informationen: Mag. (FH) Ulrike Fuchs Tel.: +43 (0)512 2070-1510 Email:ulrike.fuchs@mci.edu



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