Japans Wirtschaft soll mit Solar- und Umwelttechnik wachsen

Die japanische Regierung will die Wettbewerbsposition ihres Landes in der Umwelttechnologie ausbauen und denkt offenbar auch über neue Klimaschutzziele nach. Ein entsprechendes Strategiepapier des japanischen Umweltministeriums steht Medienberichten zufolge kurz vor der Veröffentlichung. Es würde sich in die neue Wachstumsstrategie des Landes fügen, mit der die Regierung wichtige Industrien auf Nachhaltigkeit trimmen will.

Eckpunkte dieser Strategie erläuterte Japans Premierminister Taro Aso bereits im April. Sie soll die japanische Volkswirtschaft aus der Wirtschafts- und Finanzkrise führen und das Land gleichzeitig auf die weltweite Spitzenposition bei der Solarstromnutzung hieven. Premier Aso will dazu in den nächsten drei Jahren unter anderem rund 36.000 japanische Schulen mit Solaranlagen ausstatten. Außerdem will seine Regierung die Vergütung, die Privathaushalte für die Einspeisung von Solarstrom ins Energienetz erhalten, verdoppeln. Insgesamt soll sich Japans solare Stromgewinnung in den nächsten elf Jahren verzwanzigfachen.
Darüber hinaus setzt die Regierung auf die staatliche Förderung umweltfreundlicherer Pkw und energieeffizienterer Haushaltsgeräte. Steuererleichterungen, die Anreize zum Kauf von Hybrid-Autos und Elektrofahrzeugen schaffen sollen, hat sie bereits gewährt. Künftig soll laut Aso auch der Kauf energieeffizienterer Haushaltsgeräte bezuschusst werden. In der Summe erhofft sich der japanische Premier von diesen Förderprogrammen rund 1,4 Millionen neue Arbeitsplätze.

ambitionierte Klimaschutzziele

Ein für Anfang Juni angekündigtes Strategiepapier des japanischen Umweltministeriums soll diese Wachstumsstrategie weiter konkretisieren. Nach Informationen der Online-Tageszeitung „The Japan Times“ will die Regierung künftig beispielsweise Unternehmen, die Darlehen für den Ausbau erneuerbarer Energien oder für den Einsatz CO2-armer Technologien aufnehmen, finanziell unterstützen. Zinsen in Höhe von bis zu drei Prozent könnten demnach vom Staat übernommen werden, schreibt die Zeitung.
Laut „Japan Times“ bekräftigt die Regierung in dem Papier auch ihren Willen, bei den für Ende 2009 angesetzten internationalen Klimaschutzverhandlungen im dänischen Kopenhagen eine Führungsrolle zu übernehmen. Japans Umweltminister Tetsuo Saito sagte zudem nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP Ende Mai in einem Interview mit dem japanischen TV- und Rundfunksender NHK, er wolle den CO2-Ausstoß des Landes bis 2020 um mindestens 15 Prozent gegenüber dem Jahr 1990 senken. Auch ein Minus von 25 Prozent sei denkbar, wenn zum Beispiel Klimaschutzmaßnahmen, die Japan in Entwicklungsländern aufgelegt hat, bei den Verhandlungen berücksichtigt werden.
Mit Blick auf die anstehenden Verhandlungen in Kopenhagen forderte der japanische Umweltminister, dass die Industrienationen dort „ambitionierte Ziele“ vorlegen. Die Arbeit an einem 15-Prozent-Ziel sei für Japan „eine gute Option“, so Saito. Zum Vergleich: Die Europäische Union hatte sich im Frühjahr 2007 darauf verständigt, den europäischen CO2-Ausstoß bis zum Jahr 2020 um 20 Prozent gegenüber 1990 zu senken. Falls weitere Industrieländer sich zu ähnlichen Minderungszielen verpflichten, will Brüssel den Ziewert auf 30 Prozent erhöhen.

Weitere Informationen: www.nachhaltigkeitsrat.de



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