Spa und Wellness: Nachhaltiger Erfolg durch Ökologie, Ökonomie und soziale Kompetenz

Spa World-Business

Hochkarätige Experten, Hotelbetreiber und Wissenschafter loteten am Dienstag, beim Spa Event 2009 in Zell am See die enormen Potenziale der Spa- und Wellnessbranche aus. Die Diskutanten und Vortragenden der Keynotes waren sich dabei einig: "Nachhaltiger Erfolg kann nur durch die Berücksichtigung drei zentraler Aspekte - Ökologie, Ökonomie und soziale Kompetenz - erzielt werden. Dabei müssen alle drei Säulen in gleichem Ausmaß beachtet und berücksichtigt werden".

Spa- und Wellnessbetriebe sind wichtige Bausteine der
Gesundheitsvorsorge und tragen zu einem verstärkten
Gesundheitsbewusstsein bei. "Höhere Qualitätsansprüche und eine
zunehmende Erlebnisorientierung bei der Freizeitnutzung führen dabei zu völlig neuen Herausforderungen", betonte Salzburgs
Gesundheitsreferentin Landesrätin Erika Scharer in ihrer
Eröffnungsrede vor den rund 200 Teilnehmern.

Hochkarätige Podiumsdiskussion und Keynotes

Anschließend wurde das Thema "Nachhaltiges Wirtschaften in
Wellness- & Spa-Betrieben" in einer Podiumsdiskussion und in
zahlreichen Keynotes vertieft. Dabei betonten die Diskutanten, dass der nachhaltige Erfolg nur im Zusammenspiel zwischen Ökologie, Ökonomie und sozialer Kompetenz erreicht werden kann. "Das Gleichgewicht zwischen Ökologie, Ökonomie und Soziologie ist
notwendig. Alle drei Komponenten müssen erfüllt werden, sonst hat man ein Problem. Dann hätte man das Hotel besser nicht bauen sollen, wenn es nach drei Jahren leer steht", erläuterte Stefan Kannewischer, Geschäftsführer der Kannewischer Management GmbH.

Langfristigkeit einplanen und Bürokratie überwinden

Robert Hösle, Partner von Behnisch Architekten Büro München, wies
darauf hin, dass man die Langfristigkeit bei jedem Projekt beachten müsse. Außerdem verwies er auf unplanbare Vorteile bei nachhaltiger Bauplanung: "Bei einem grünen Büroprojekt in den USA hat man beispielsweise festgestellt, dass die Krankenstände um 30 Prozent gesunken sind. Zahlen, die man im Vorfeld nicht planen kann, aber enorm Kosten sparen helfen", so Hösle. Michaela Reitterer, Geschäftsführerin des Boutiquehotel Stadthalle (Wien), die das erste Null-Energie-Bilanz-Hotel der Welt derzeit umsetzt, merkte an, dass die bürokratischen Hürden im Rahmen des Projekts teilweise nur mit sehr hohem Aufwand zu meistern sind. "Die Stadt Wien ist mit unseren Anträgen oft selbst überfordert", so Reitterer.

Enorme Einsparungspotenziale

Auf die enormen Einsparungspotenziale durch nachhaltiges
Wirtschaften ging Karin Niederer, Beraterin für Wellness & Spa bei
Kohl & Partner, ein: "Es sind viele Mosaiksteinchen, die den
Gesamterfolg ausmachen. Besonders wichtig ist in diesem Bereich die Mitarbeiterschulung und das Vorleben durch den Hotelchef. Denn der Fisch fängt am Kopf zu stinken an", erklärte Niederer.

Kundenbindung aus medizinischer Sicht

Wolfgang Schobersberger, Direktor des Institut für Sport-,
Alpinmedizin und Gesundheitstourismus, referierte in seiner Keynote über die Kundenbindung im Spa-Tourismus aus medizinischer Sicht. "Die Anforderungen sind komplexer geworden. Für Spa-Angebote mit Fokus auf medizinische Inhalte bedeutet Nachhaltigkeit, dass das Gesundheitsangebot und die damit erreichten positiven Effekte über einen gewissen Zeitraum nach Rückkehr in den Alltag aufrecht bleiben. Nachhaltigkeit ist daher auch mit hoher Kundenbindung assoziiert und beinhaltet für Spa- und Wellnessanbieter ein großes wertschöpferisches Potenzial". Wie und in welchen Bereichen durch bauliche oder technische Maßnahmen Energieoptimierungen möglich sind, hat ebenfalls große Bedeutung. "Die Nutzung der im Thermenbetrieb naturgemäß in beachtlichem Ausmaß anfallenden Abwärmen aus Luft und Wasser sind dabei im Fokus", so Robert Bayer von Vamed in seinem Vortrag.

Kreativität als Schlüsselressource

Wie man sich in den verschiedenen Lebensphasen eines Spas von der
Visionsfindung über Planung und Realisierung bis hin zum Betriebsalltag durch kreative und künstlerische Prozesse inspieren
lassen kann, erzählte Wahrnehmungsforscher Sha. Psychologe Johann
Beran ging in seinem Vortrag auf die Unterstützung im Ressourcenmanagement für den Gesundheitsgast ein. Sein Credo: "Wer
die direkten und indirekten Auswirkungen auf das Verhalten von
Menschen beobachtet, die steigenden Anforderungen der Leistungsgesellschaft am eigenen Leib verspürt, kennt die Antworten und auch die Frage nach den zukünftigen und notwendigen Angeboten und Inhalten von Wellness, Medical Spa, etc."

Weitere Informationen: www.spaworldbusiness.com
Foto: www.spaworldbusiness.com/Fotos



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