Studie belegt: Kohlekraftwerk in Arneburg/Sachsen-Anhalt überflüssig

Die Altmark braucht kein Kohlekraftwerk. Die Zukunft der Altmark liegt in erneuerbaren Energien. Das belegt eine aktuelle Studie, die am 04.Mai 2009 in Klietz vorgestellt wurde. Demnach kann die Region aus Biomasse, Windkraft, Solarenergie, Erdwärme sowie effizienter Kraftwärmekopplung (KWK) bis zum Jahr 2030 soviel elektrische Energie bereitstellen, dass damit die Hälfte der Bedarfs von ganz Sachsen-Anhalt gedeckt werden kann.

Anlass für die Veröffentlichung der Studie sind die Pläne des Energieversorgers RWE, am Standort Arneburg im Landkreis Stendal ein Kohlekraftwerk mit 1600 Megawatt installierter Leistung zu errichten.
Mit verheerenden Folgen für die Region, wie Autor Björn Schering in der Studie auflistet: Nicht nur, dass die Chance vertan würde, die Altmark zu einem bedeutenden Standort für Erneuerbare Energien auszubauen und die damit verbundenen Arbeitsplatzpotenziale auszuschöpfen — ein Kohlekraftwerk würde auf Dauer etwa 150 Arbeitsplätze schaffen.
Auch seien negative Folgen für Natur und Umwelt und die Gesundheit der Anwohner unvermeidbar.

Das Kraftwerk würde pro Jahr: 8,3 bis 8,9 Millionen Tonnen CO2 ausstoßen. Das wäre im Stromsektor eine Verdoppelung des jährlichen CO2-Austoßes des Landes Sachsen-Anhalt.
Für den Betrieb müssten jährlich aus der Elbe 15 Millionen Kubikmeter Wasser entnommen werden. Das Ökosystem der Elbe würde durch die Erwärmung des Wassers (Einleittemperatur ca. 30 °C) und die im Abwasser enthaltenen Schadstoffe wie Salz- und Metallverbindungen nachhaltig belastet.
Geplant sind zwei Kühltürme mit 165 Meter Höhe. Das wäre das höchste Bauwerk an der Elbe zwischen Dresden und Hamburg.
Trotz gesetzlicher Auflagen würde das neue Kraftwerk aufgrund der großen Dimensionierung erhebliche Schadstoffmengen in die Umgebung tragen. Das Gleiche im Saarland geplante Kraftwerk hätte laut Gutachten pro Jahr mindestens 6500 Tonnen Stickoxide, 5900 Tonnen Schwefeldioxid und 330 Tonnen Feinstaub abgegeben. Hinzu kommen jährlich erlaubte 350 Tonnen Chlorverbindungen, 35 Tonnen Fluorverbindungen, etwa eine Tonne Quecksilber, weitere 17,5 Tonnen der Stoffe Arsen, Antimon, Blei, Vanadium, Chrom, Nickel usw., sowie 1,75 Tonnen Cadmium und Thallium. Diese Stoffe sind krebserregend, organschädigend und erbgutverändernd. Ärzte warnen auch bei Einhaltung der gesetzlichen Grenzwerte vor Entwicklungsstörungen bei Kindern sowie einer Zunahme von Lungenkrankheiten und des Allergierisikos.

Sowohl die Politik als auch der RWE-Konzern geben keine Informationen über das geplante Vorhaben an die Öffentlichkeit. Aus gutem Grund. Der Bau desselben Kohlekraftwerkes ist im saarländischen Ensdorf am Widerstand der Bevölkerung gescheitert.

Weitere Informationen: www.gegen-kohlekraftwerk-arneburg.de



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