Bürgermeister planen nachhaltige Metropolen
Unter anderem präsentierte der ehemalige US-Präsident Bill Clinton ein neues Programm seiner „Clinton Climate Initiative“. Die Initiative will mit 16 Pilotprojekten in zehn Ländern den Nachweis antreten, dass Großstädte nicht nur in entwickelten Staaten, sondern auch in Schwellenländern klimaverträglich wachsen können. Geplant ist, den CO2-Ausstoß von neu gebauten oder sanierten Immobilien in ausgewählten Stadtteilen auf unter null zu drücken – unter anderem durch erneuerbare Energien, effiziente Beleuchtungssysteme und ein besseres Wasser- und Abfallmanagement.
„Wir brauchen neue Modelle, wenn wir unseren Lebensstil in einer zunehmend verstädterten Welt aufrechterhalten wollen“, sagte Clinton. Nach Fertigstellung der Projekte können den Angaben zufolge fast eine Million Menschen in klimafreundlicheren Metropolen leben. Neben London, Stockholm und San Francisco wurden auch das südafrikanische Pretoria und die beiden indischen Städte Jaipur und Ahmedabad ausgewählt. Eine deutsche Stadt ist nicht dabei.
Kampf gegen Erderwärmung
Clinton hatte die Initiative in Seoul auf dem dritten Treffen der sogenannten C40 Climate Leadership Group vorgestellt. In der C40-Gruppe schlossen sich vor rund vier Jahren die Bürgermeister von zunächst 18 Großstädten aus aller Welt zusammen, um den Kampf gegen die Erderwärmung aufzunehmen. Einziges offizielles deutsches C40-Mitglied ist Berlin, das baden-württembergische Heidelberg ist assoziierter Partner des Netzwerks.
Die britische Hauptstadt London ist mit gleich zwei Stadtteilen im Programm der Clinton-Initiative vertreten. Es handelt sich um Quartiere, deren Klima-Sanierung bereits angelaufen ist. Londons Bürgermeister Boris Johnson will mit solchen Projekten und einer ambitionierten Klimaschutzstrategie die kommunalen CO2-Emissionen bis zum Jahr 2025 um 60 Prozent gegenüber dem Jahr 1990 senken. Eine kürzlich von der internationalen Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst and Young veröffentlichte Studie kam zu dem Schluss, dass dadurch an der Themse bis zum Jahr 2025 jährlich rund 14.000 neue Stellen entstehen könnten.
wachsendes Interesse an nachhaltiger Entwicklung
Auch wegen dieser ökonomischen Vorteile engagieren sich immer mehr Städte für eine nachhaltige Entwicklung. In den USA zählen die Bürgermeister von 32 der 40 größten Metropolen Nachhaltigkeit zu einer ihrer fünf Top-Prioritäten. Das schreibt Living Cities, eine US-amerikanische Allianz aus 21 großen Stiftungen und Finanzinstituten, in einer im Mai veröffentlichten Studie. Demnach hat mehr als die Hälfte dieser US-Städte bereits eigene Nachhaltigkeitsstrategien entwickelt oder in Planung.
Auch die in Seoul versammelten C40-Bürgermeister haben sich für mehr Nachhaltigkeit ausgesprochen. In einer gemeinsamen Deklaration verpflichten sich die mittlerweile 40 offiziellen Mitglieder der Gruppe und rund 40 Partnerstädte auf das „gemeinsame Ziel zum Wandel zur CO2-armen Stadt“. Eine Bilanz will das Städtenetzwerk 2011 auf einem Folgetreffen im brasilianischen Sao Paulo vorlegen. Zudem forderten die versammelten Stadtoberen eine stärkere Berücksichtigung von Städten in den internationalen Klimaverhandlungen und mehr Geld für den Klimaschutz. Ihrerseits versprechen sie, die CO2-Emissionen „um das größtmögliche Maß zu senken“.
Weitere Informationen: www.nachhaltigkeitsrat.de
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